Gäubahnausbau Nord tritt in die nächste Phase ein
Der Gäubahnausbau Nord wird auch für Außenstehende immer sichtbarer: Die zentrale Baustelleneinrichtung an der Landesstraße L 1192 ist weit fortgeschritten, und die Großbohrgeräte für den Vortrieb der zwei Tunnelröhren des Pfaffensteigtunnels stehen parat. Startklar sind auch die Rhomberg Sersa Rail Group und SWIETELSKY. Als Arbeitsgemeinschaft (ARGE) „VP5 Gäubahn“ übernehmen die beiden Bahnbau- und Bahntechnikunternehmen im Rahmen des „Partnerschaftsmodells Schiene“ zentrale Leistungen bei dem bedeutenden Infrastrukturvorhaben. Konkret verantworten sie wesentliche Arbeiten in den Bereichen Oberbau, Bahninfrastruktur und Stromversorgung.
Im Fokus steht dabei die Errichtung der Festen Fahrbahn im zweigleisigen und elf Kilometer langen Pfaffensteigtunnel sowie des Schotteroberbaus auf der freien Strecke (rund 3 km Länge) und im Bereich des Abzweigs Mönchsbrunn. Ergänzend umfasst der Auftrag unter anderem sechs Weichen, die Installation von 50-Hz-Anlagen, Kabeltiefbauarbeiten, Trafostationen, Weichenheizungsanlagen, Schallschutzwände sowie Anpassungen am Haltepunkt Goldberg bei Böblingen.
Mit dem Ausbau der Gäubahn wird die internationale Verbindung zwischen Stuttgart und Zürich leistungsfähiger gestaltet und fit für den Deutschlandtakt gemacht. Gleichzeitig setzt die Deutsche Bahn erstmals bei einem Infrastrukturgroßprojekt konsequent auf das „Partnerschaftsmodell Schiene“, bei dem die wesentlichen Projektpartner bereits frühzeitig in die Planungs- und Entwicklungsphase eingebunden werden. Idee dieses Konzepts ist es, Bauvorhaben solcher Größenordnungen zukünftig schneller, qualitativ hochwertiger, kostenoptimal und termintreu abwickeln zu können.
„Dieses Projekt steht beispielhaft für modernes, partnerschaftliches Bauen im Bahninfrastrukturbereich. Die frühe Einbindung aller Beteiligten schafft die Grundlage dafür, komplexe Projekte effizient, innovativ und nachhaltig umzusetzen. Mit unserer Erfahrung im Oberbau- und Tunnelbereich bringen wir unsere technische Kompetenz gezielt in eines der wichtigsten Bahnprojekte Deutschlands ein“, sagt Harald Ramsbacher, Geschäftsbereichsleiter Bahnbau Deutschland bei SWIETELSKY.
Auch auf Seiten der Rhomberg Sersa Rail Group wird die Beauftragung als wichtiger Meilenstein bewertet: „Neben dem Gäubahnausbau sind wir auch beim Neuen Werk Cottbus, der Hinterlandanbindung Fehmarnbeltquerung sowie der Residenzbahn als Partner mit an Bord – und damit praktisch bei allen Allianz-Projekten der Deutschen Bahn. Das macht uns stolz und zeigt, dass wir beim Bahnbau und der Ausrüstung anspruchsvoller Bahnstrecken ein zuverlässiger, kompetenter Partner sind“, so Philipp Nachbaur, Geschäftsführer Projektgeschäft der Rhomberg Sersa Rail Group.
Über die Rhomberg Sersa Rail Group
Die Rhomberg Sersa Rail Group entstand 2012 aus dem Zusammenschluss der Schweizer Sersa Group mit der österreichischen Rhomberg Bahntechnik. Seitdem hat sich das Bahntechnik-Unternehmen zu einem internationalen Komplettanbieter weiterentwickelt, der über ein nahezu lückenloses Leistungsspektrum in den Bereichen Bahnbau, Ausrüstung und Service verfügt. Zu den Kunden zählen Nah- und Fernverkehrsbahnen, Güterverkehrsstrecken sowie private Infrastrukturen. Die Rhomberg Sersa Rail Group verfolgt die Vision, die Bahn als führende Mobilitätslösung der Zukunft zu etablieren. Dafür setzt sie auf die Chancen technologischer Entwicklungen und der Digitalisierung sowie auf Partnerschaften. Das Unternehmen beschäftigt ca. 3 000 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte die Gruppe in neun Ländern auf drei Kontinenten (Europa, Australien, Nordamerika) eine Betriebsleistung von rund 816 Millionen Euro.
Über die Swietelsky AG
SWIETELSKY ist Österreichs drittgrößtes Bauunternehmen und aktuell mit rund 12.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 21 Ländern aktiv. Das Leistungsspektrum erstreckt sich über die gesamte Bau-Wertschöpfungskette bis hin zum Bahnbau und Tunnelbau. Im Geschäftsjahr 2024/25 betrug die Bauleistung 3,67 Milliarden Euro. Am Heimatmarkt Österreich erwirtschaftete das Unternehmen rund 55% der Gesamtleistung, gefolgt von den Kernländern Deutschland mit 15%, Tschechien mit 12% und Ungarn mit 4%.
