Sanierungsmaßnahmen für Tisner Weiher geplant

Sofortmaßnahme Tisner Weiher © Stadt Feldkirch

Der Tisner Weiher befindet sich aktuell in einem kritischen Zustand. Daher plant die Stadt Feldkirch in enger Abstimmung mit der Bezirkshauptmannschaft umfangreiche Sanierungsschritte. Die Umsetzung ist für die Herbst- und Wintermonate vorgesehen, um die dort lebenden Amphibien in ihrer sensiblen Entwicklungsphase nicht zu stören.

Ein zentrales Problem stellt die illegale Ausbringung gebietsfremder Fischarten dar. Der Weiher ist kein geeignetes Fischgewässer, aber wurde in der Vergangenheit immer wieder zur „Entsorgung“ von Goldfischen und Koi-Karpfen genutzt. Diese haben sich im Weiher ausgebreitet und bedrohen als invasive Arten die heimische Tierwelt. „Die Fische finden im Weiher keine geeigneten Lebensbedingungen vor und stellen eine ernsthafte Gefahr für die Amphibienpopulation dar“, betont Umweltstadtrat Clemens Rauch. Gemeinsam mit dem Umweltinstitut und dem Landesfischereizentrum ist daher ein gezieltes Abfischen dieser Bestände sowie die Entfernung von Makrophyten und Feinsedimenten geplant.

Künstlicher Ursprung als Herausforderung

Der aktuelle Zustand des Gewässers ist maßgeblich auf seine Geschichte zurückzuführen. Der Tisner Weiher wurde ursprünglich als Schwimmbad für die Stella Matutina künstlich angelegt. Ohne regelmäßige pflegerische Eingriffe ist die Fläche als Biotop nur bedingt stabil. Die geringe Wassertiefe führt in Kombination mit steigenden Außentemperaturen zu einer starken Erwärmung des Wassers, was das Algenwachstum beschleunigt und die Wasserfläche zunehmend überwuchern lässt. Entgegen anderslautenden Informationen werden keinerlei Abwässer oberhalb des Weihers in einen Bach eingeleitet. Alle Liegenschaften in diesem Bereich sind an einem bestehenden Kanal angeschlossen. Es mündet lediglich der Rappenwaldbach in den Tisner Weiher, der sauberes Wasser führt.

Einsatz für den Artenschutz

Da die derzeit hohen Temperaturen ein Kippen des Tisner Weihers sowie ein Fischsterben zur Folge haben könnten, wurde vergangene Woche als Sofortmaßnahme mit hohem Druck Wasser in den Weiher gepumpt. Dadurch wird der Sauerstoffgehalt im Wasser erhöht. Die Kosten für die in weiterer Folge notwendigen Instandsetzungsarbeiten werden auf einen mittleren fünfstelligen Betrag geschätzt. „Die Stadt Feldkirch setzt mit dieser Sanierung ein klares Zeichen für den Erhalt der regionalen Biodiversität. Der Tisner Weiher soll auch in Zukunft ein funktionierender Rückzugsraum für geschützte Amphibien bleiben“, erklärt Bürgermeister Manfred Rädler

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