Armin Rainer – Brückenbauer zwischen Generationen und Musikwelten

Armin Rainer. Foto: Bandi Koeck

Mit Leidenschaft für Jugend, Gemeinschaft und Blasmusik

Wer Armin Rainer begegnet, spürt rasch seine ruhige, reflektierte Art. Der gebürtige Kärntner-Steirer spricht über Musik, Bildung und Vereinsleben mit derselben Begeisterung, mit der er seit Jahren junge Menschen begleitet. Als Jugendreferent der Bürgermusik Rankweil ist er weit mehr als Organisator von Proben und Lagern. Er ist Motivator, Netzwerker und Brückenbauer zwischen den Generationen.

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Dabei führte sein Weg alles andere als geradlinig nach Vorarlberg.

Geboren wurde Armin Rainer am 4. April 1988 in St. Veit an der Glan in Kärnten. Seine Kindheit verbrachte er im Grenzgebiet zwischen Kärnten und der Steiermark. Bis heute beschreibt er sich augenzwinkernd als jemanden, der nie ganz eindeutig einer Region zugeordnet werden konnte. In der Steiermark galt er als Kärntner, in Kärnten als Steirer. Vielleicht ist gerade diese Erfahrung mit unterschiedlichen Identitäten eine jener Eigenschaften, die ihn heute so offen und verbindend auftreten lassen.

Vom Logistikbüro ins Klassenzimmer

Nach der Matura und dem Bundesheer zog es Rainer zunächst nach Wien. Dort arbeitete er viereinhalb Jahre lang in der internationalen Transportlogistik und koordinierte Lkw-Transporte zwischen Deutschland und Großbritannien. Eine anspruchsvolle Tätigkeit, die ihm wertvolle Erfahrungen vermittelte, aber langfristig nicht die Erfüllung brachte, die er suchte.

Der Wunsch zu studieren war immer vorhanden. So begann er ein Studium der Volkswirtschaft, wechselte später jedoch ins Lehramt und kombinierte Deutsch mit Spanisch. Während dieser Zeit entdeckte er seine eigentliche Berufung: das Unterrichten.

Heute arbeitet Armin Rainer als Lehrer in Eschen im Fürstentum Liechtenstein. Besonders wichtig ist ihm dabei nicht nur die Vermittlung von Fachwissen, sondern die soziale Entwicklung junger Menschen. Schule versteht er als Ort, an dem Kinder lernen, Konflikte zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und respektvoll miteinander umzugehen.

„Das gesellschaftliche Zusammenleben zu lernen, ist mindestens so wichtig wie der fachliche Unterricht“, lautet eine seiner zentralen Überzeugungen.

Die Musik als lebenslange Begleiterin

Die Liebe zur Blasmusik begann früh. Als Achtjähriger hörte Armin Rainer bei einer Veranstaltung ein Tenorhorn-Duo spielen. Der Klang faszinierte ihn sofort. Noch am selben Tag stand für ihn fest: Dieses Instrument wollte er lernen.

Aus dem ersten Tenorhornunterricht entwickelte sich eine lebenslange Leidenschaft. Später kamen Zugposaune und Tuba hinzu. Heute gehört die Tuba zu seinen Hauptinstrumenten in der Bürgermusik Rankweil.

Die Musik begleitet ihn seit Jahrzehnten – und sie prägt auch sein ehrenamtliches Engagement.

Jugendförderung mit Herz und Ausdauer

Seit 2022 ist Armin Rainer Jugendreferent der Bürgermusik Rankweil. Als er die Aufgabe übernahm, befand sich die Nachwuchsarbeit nach den schwierigen Corona-Jahren in einer herausfordernden Phase. Die Zahl der Jugendlichen war deutlich zurückgegangen.

Rainer sah darin jedoch keine Belastung, sondern eine Chance.

Mit Beharrlichkeit, vielen Gesprächen und großem persönlichem Einsatz gelang es ihm gemeinsam mit seinem Team, die Jugendarbeit neu zu beleben. Innerhalb weniger Jahre konnte die Zahl der aktiven Nachwuchsmusiker mehr als verdoppelt werden.

Besonders stolz ist er auf den Sieg beim Jugendblasorchester-Wettbewerb in Götzis. Für ihn war dieser Erfolg der Beweis, dass Ausdauer und konsequente Arbeit Früchte tragen.

„Wenn du hartnäckig bleibst und dich nicht unterkriegen lässt, dann schaut am Ende wirklich etwas heraus“, sagt er rückblickend.

Gemeinschaft erleben

Was junge Menschen in der Bürgermusik Rankweil begeistert, weiß Rainer aus eigener Erfahrung. Es sind nicht nur die Konzerte und Auftritte. Es sind vor allem die Gemeinschaftserlebnisse.

Ein Höhepunkt ist jedes Jahr das Jungmusiklager auf der Laternser Hütte. Vier Tage lang wird gemeinsam musiziert, geprobt, gespielt und gelacht. Freundschaften entstehen, Teamgeist wächst, und viele Jugendliche erleben dort jene besondere Vereinsgemeinschaft, die weit über die Musik hinausgeht.

Genau darin sieht Armin Rainer den eigentlichen Wert eines Musikvereins: Menschen zusammenzubringen.

Kreative Blasmusik mit Tradition

Die Bürgermusik Rankweil blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück. Gegründet im Jahr 1814 zählt sie zu den ältesten Blasmusikvereinen Vorarlbergs.

Tradition und Innovation schließen sich dabei keineswegs aus. Im Gegenteil: Gerade die kreative Weiterentwicklung des Vereins begeistert Rainer. Themenkonzerte, neue Konzertformate und ungewöhnliche musikalische Konzepte sorgen dafür, dass jedes Konzert ein eigenes Erlebnis wird.

Für ihn zeigt sich darin die Zukunftsfähigkeit der Blasmusik: verwurzelt in der Tradition, aber offen für neue Ideen.

Familie, Fahrrad und Bücher

Neben Beruf und Vereinsleben nimmt die Familie einen zentralen Platz in seinem Leben ein. Gemeinsam mit seiner Partnerin und den beiden Kindern lebt er seit mehreren Jahren in Rankweil.

Freie Zeit verbringt er gerne mit seiner Familie, auf dem Fahrrad oder mit einem guten Buch. Aktuell beschäftigt ihn die Autobiografie „Born a Crime“ von Trevor Noah, die ihn durch ihre Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und persönlicher Geschichte beeindruckt.

Ein Mensch, der gestaltet

Armin Rainer gehört zu jenen Menschen, die nicht laut auftreten müssen, um Wirkung zu entfalten. Ob im Klassenzimmer oder im Musikverein – er setzt auf Vertrauen, Gemeinschaft und langfristige Entwicklung.

Sein Engagement zeigt, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit für das gesellschaftliche Leben ist. Vor allem aber zeigt es, dass junge Menschen dort wachsen können, wo ihnen jemand mit Begeisterung, Geduld und echter Wertschätzung begegnet.

Und genau das tut Armin Rainer – Woche für Woche, Probe für Probe und Generation für Generation.

Factbox: Armin Rainer

Charakter in drei Worten: engagiert – reflektiert – gemeinschaftsorientiert.

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