Walk.Tanztheater und Elfriede Jelinek: „Sonne/Luft“ zwischen Sprachgewalt und Klimakrise

Fotos: Florian Koller/Mistura

Mit „Sonne / Luft“ bringt die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek einen ebenso eindringlichen wie vielschichtigen Theatertext auf die Bühne. Im Mittelpunkt stehen zwei Elemente, die für Leben, Gesundheit und Wohlbefinden stehen – und zugleich zu Sinnbildern einer aus dem Gleichgewicht geratenen Welt werden.

Die Sonne brennt auf Wälder und Landschaften nieder, Flüsse treten über die Ufer, der Meeresspiegel steigt. Gleichzeitig träumt die Luft davon, endlich wieder frei von jenem Schmutz zu sein, mit dem der Mensch sie belastet hat. Jelinek verbindet in ihrem Text Klimakrise, Gesellschaftskritik und sprachliche Radikalität zu einem eindrucksvollen Theatererlebnis.

Im ersten Teil erhebt die Sonne selbst das Wort. Sie beobachtet die Menschen von oben herab, kommentiert deren Umgang mit der Erde und macht unmissverständlich klar, dass die Natur keine Rücksicht mehr kennt. Mit scharfem Witz, bitterer Ironie und großer sprachlicher Kraft zeichnet Jelinek das Bild einer Menschheit, die ihre eigene Lebensgrundlage zerstört hat.

Im zweiten Teil rückt die Luft in den Mittelpunkt. Auch hier wird deutlich, wie selbstverständlich der Mensch mit lebenswichtigen Ressourcen umgeht und wie wenig Aufmerksamkeit er deren Zerstörung schenkt. Jelineks Text fordert Konzentration, eröffnet aber gleichzeitig neue Perspektiven auf die Gegenwart und bleibt dabei überraschend unterhaltsam.

Inszeniert wird „Sonne / Luft“ von Brigitte Walk. Auf der Bühne stehen Barbara Novotny, Marlene Haagen und Peter Bocek. Für Dramaturgie zeichnet Maria Fliri verantwortlich, die Ausstattung stammt von Sandra Münchow.

Termine

Theater am Saumarkt Feldkirch

Freitag, 12. Juni, 19.30 Uhr
Samstag, 13. Juni, 19.30 Uhr

Tickets: laendleticket.com

Theater Kosmos Bregenz

Mittwoch, 17. Juni, 20 Uhr
Donnerstag, 18. Juni, 20 Uhr

Tickets: theaterkosmos.at

Produktionsteam

Inszenierung: Brigitte Walk
Dramaturgie: Maria Fliri
Ausstattung: Sandra Münchow
Schauspiel: Barbara Novotny, Marlene Haagen, Peter Bocek
Video/Foto: Sarah Mistura
Komposition: Martin E. Greil
Technik: Matthias Zuggal, Thomas Kuschny
Bauten: Roland Adlassnigg
Maske: Lena Voznyuk
Produktionsleitung: Marina Höfler
Assistenz: Bohdan Mysan
Agentur: sägenvier designkommunikation

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