Die Stadt Feldkirch geht im Rahmen der aktuellen Haushaltskonsolidierung neue Wege zur Erschließung von Einnahmequellen. Gemeinsam mit einem privaten Betreiber wurde ein Projekt entwickelt, das die historische Schattenburg zum Zentrum einer spektakulären Freizeitattraktion macht: Eine Achterbahn soll künftig rund um und sogar durch die Mauern des Feldkircher Wahrzeichens führen.
Das Bauwerk, wird damit Schauplatz einer technologischen Innovation. Die Achterbahn soll bereits in den kommenden Sommermonaten den Betrieb aufnehmen. Die Streckenführung sieht rasante Kurven entlang der Burgmauern sowie exklusive Durchfahrten durch die historischen Innenhöfe vor.
Die geplante Achterbahn kombiniert modernste Freizeitpark-Technologie mit den sensiblen Anforderungen des Denkmalschutzes. Um das Bauwerk dessen Ursprünge bis in das Jahr 1280 zurückreichen, zu schonen, wird eine vibrationsarme Schienentechnik verwendet. Die Bahn wird eine Gesamtlänge von rund 850 Metern erreichen und dabei einen Höhenunterschied von 45 Metern zwischen dem Schattenburghang und den Burginnenhöfen überwinden. Besonders spektakulär ist der geplante „Burg-Drop“: Eine vertikale Abfahrt führt die Fahrgäste mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 70 km/h direkt durch den Bergfried in den Innenhof. Die Wagen werden im klassischen Feldkircher Stadtgelb lackiert und verfügen über modernste Magnetbremsen, die einen nahezu geräuschlosen Betrieb ermöglichen, um die Anrainer:innen im Bereich der Schattenburg nicht zu belasten. Zudem ein interaktiver Part in die Fahrt integriert: Fahrgäste können während der Fahrt digitale „Schattenburg-Taler“ sammeln, die im Anschluss an die Fahrt im städtischen Handel oder in der Gastronomie eingelöst werden können.
Kinderideen aus Malwettbewerb werden Realität
Besonders bemerkenswert ist der Ursprung der Projektidee. Diese basiert auf Vorschlägen aus dem letztjährigen Mal- und Ideenwettbewerb „Feldkirch 2030plus“, bei dem Kinder bis 14 Jahre ihre Visionen für die Zukunft der Stadt einreichten. Gleich zwei Entwürfe sahen Rutschen und Bahnen direkt im Bereich der Schattenburg vor. Diese kreativen Impulse flossen nun unmittelbar in die professionelle Planung ein. Bürgermeister Manfred Rädler sieht in dem Vorhaben eine große Chance für die Stadtkasse: „Die aktuelle finanzielle Lage erfordert mutige Entscheidungen und kreative Ansätze. Ich erwarte mir durch dieses einzigartige Projekt eine massive Steigerung der Besucherzahlen und Nächtigungen in Feldkirch. Jede Fahrt mit der Schattenburg-Bahn generiert wichtige Mehreinnahmen für die Stadt und stärkt unsere Position als attraktivstes Reiseziel in der Region.“

Impuls für die Innenstadt
Auch das Stadtmarketing blickt der Eröffnung erwartungsvoll entgegen. Lukas Debortoli, Geschäftsführer des Stadtmarketings, betont die Bedeutung für die Positionierung der Montfortstadt: „Mit dieser Attraktion schaffen wir einen Anziehungspunkt, der weit über die Landesgrenzen hinausstrahlt. Die Kombination aus denkmalgeschützter Substanz und modernem Fahrspaß ist weltweit einzigartig. Wir bieten Touristen und Einheimischen nicht nur Nervenkitzel, sondern zugleich einen völlig neuen Blick auf unsere historische Altstadt.“
Die Bauarbeiten am Fuße des Schattenburg-Hanges starten in den nächsten Tagen und werden zügig vorangetrieben, um den geplanten Starttermin im Sommer einzuhalten.