Caminos Nuevos begeistert im Saumarkt mit Tango Nuevo und Weltmusik
Am Samstagabend verwandelte sich das Theater am Saumarkt in Feldkirch in einen Ort musikalischer Intensität und klanglicher Vielfalt: Das Quartett CAMINOS NUEVOS präsentierte sein neues Programm und nahm das zahlreich erschienene Publikum mit auf eine eindrucksvolle Reise durch unterschiedliche musikalische Welten.
Bericht, Bilder und Videos: Bandi Koeck
Von Beginn an war spürbar, dass hier Vollblutmusiker auf der Bühne standen, die nicht nur ihr Handwerk perfekt beherrschen, sondern auch eine gemeinsame musikalische Sprache sprechen. Ganz ohne Gesang entfaltete sich ein facettenreicher Klangkosmos, getragen von ausdrucksstarken Eigenkompositionen und fein abgestimmten Arrangements.
Das Quartett ist hochkarätig besetzt: Monica Tarcsay (Violine) überzeugte mit ausdrucksstarkem, warmem Ton, während der Kolumbianer und Wahl-Vorarlberger Juan Carlos Diaz an Querflöte und Altflöte für klangliche Vielfalt und feine Nuancierungen – auch mit zwei sehr schönen Eigenkompositionen und der Rezitation eines Gedichtes auf Spanisch und Deutsch sorgte. Raphael Brunner verlieh dem Ensemble am Akkordeon eine tragende, atmosphärische Tiefe, und Stefan Greussing setzte am Schlagwerk mit Schlagzeug und vielfältiger Perkussion rhythmische Akzente und dynamische Impulse.
Stilistisch bewegte sich das Ensemble souverän zwischen Tango Nuevo und Weltmusik. Immer wieder blitzten Anklänge an den Tango Argentino auf, mal leidenschaftlich und markant, mal subtil und fein nuanciert. Gleichzeitig öffnete sich das Programm in Richtung Orient und Osteuropa: Klänge, die an die Türkei, Armenien oder Bulgarien erinnerten, flossen organisch in die Kompositionen ein und erweiterten den musikalischen Horizont des Abends.
Besonders hervorzuheben ist das exzellente Zusammenspiel der Musiker. Das Timing war präzise, die Übergänge wirkten selbstverständlich, und die Balance zwischen den Instrumenten war stets fein austariert. Jeder Ton schien bewusst gesetzt, jedes Motiv fügte sich harmonisch ins Gesamtbild ein. Dabei entstand eine Atmosphäre, die gleichermaßen zum aufmerksamen Zuhören wie auch zum Träumen einlud.

Raphael Brunner (vorne) und Stefan Greussing. Foto: Bandi Koeck
Das Publikum ließ sich von dieser Klangreise bereitwillig mitnehmen und zeigte sich sichtlich begeistert. Die intensive musikalische Darbietung zog die Zuhörer in ihren Bann und entfaltete eine Wirkung, die noch lange nach dem letzten Ton nachhallte. Der Applaus war entsprechend herzlich und ausdauernd – verbunden mit dem deutlichen Wunsch nach einer Zugabe.
CAMINOS NUEVOS gelang es an diesem Abend, Musik als verbindende, grenzenüberschreitende Sprache erlebbar zu machen. Ein Konzert, das durch seine Professionalität, seine emotionale Tiefe und seine stilistische Vielfalt überzeugte – und das in Erinnerung bleibt.