„Mama, wiaso kriagst du hüt Blumen?“
„Ja, weil heute Weltfrauentag ist.“
„Ja, aber du bist ja jeden Tag a Frau.“
„Tja, eigentlich schon…“
von Lydia Gaßner:
Am heutigen Sonntag feiert man den internationalen Frauentag. Welch Ironie, wenn man sich ein bisschen genauer mit dem Thema „Feiern“ und „Frauen in der Gesellschaft“ beschäftigt, oder auch mit den aktuellen Ereignissen und Geschehnissen. Welch Frau träumt nicht doch in ihren inneresten Innnersten hinter den Gebärmutterhals von K.O. Tropfen und Zwangsprostition. Letztes doch das älteste Gewerbe der Welt und ja doch immer freiwllig. Vorletztes doch wie bekannt im weltweiten Netzwerk gang und gebe.
Die Vereinten Nationen beschreiben den Tag so:
„Es ist ein Tag, an dem Frauen für ihre Leistungen gewürdigt werden – ohne Rücksicht auf nationale, ethnische, sprachliche, kulturelle, wirtschaftliche oder politische Unterschiede.“
Aber da stellt sich sogleich die Frage – warum gibt es den Frauentag? Und warum ist es nur ein einziger Tag im Jahr? Und warum werden heute nicht Berge von Schminke, Bh’s und Stöckelschuhe verbrannt? Und wieso werden nicht gleich alte weißhaarige Männer auf den Scheiterhaufen mitangezündet. Achso, Menschenrechtsverletzung. Darf man nicht.
Natürlich kommt es, also der Frauentag, genauso wie das Fast Food, oder die offenen Geschäfte am Sonntag, aus den USA. Zu Ehren eines Streiks von Näherinnen in New York ein Jahr zuvor wurde der erste internationale Frauentag am 28. Februar 1909 ins Leben gerufen. Die Frauen hatten gegen die Arbeitsbedingungen protestiert.
Im Jahr darauf schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentags vor.
1911 wurde als Folge in einer Reihe von europäischen Ländern ein Tag für Frauen gefeiert. Neben dem Wahlrecht und dem Recht, öffentliche Ämter zu bekleiden, forderten die Frauen das Recht auf Arbeit, auf Berufsausbildung und ein Ende der Diskriminierung am Arbeitsplatz. Erst 1918 bekamen deutsche Frauen das Wahlrecht.
Mit der Gleichstellung der Frau hapert es aber noch gewaltig.
Frauen verdienen bei gleicher Arbeit im Schnitt immer noch weniger als Männer – Gender Pay Gap lässt grüßen! Wobei die Herren der Schöpfung wissen – sie können sich einfach besser bei Gehaltsverhandlungen präsentieren. Schließlich haben sie Bärte.
In Führungspositionen in Wirtschaft, Politik und Verwaltung sind Frauen weiter unterrepräsentiert. Ein Grund für viele sei die Schwierigkeit, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Weil Frauen das einfach müssen. Frauen – die einzige Spezies unter den Homo Sapiens, die Nachfolger erzeugen können, und aber gleichzeitig voll arbeitstauglich wären. Ein Schelm, der hier an Doppelbenützung denkt. Wir wissen – Multitasking ist etwas, dass Frauen einfach besser können – oder aber besser können müssen. Neuere Studien zeigen nämlich, dass es für beide Geschlechter gleich anstrengend ist. Hingegen Weaponized Incompetence – gezielte Inkompetenz ist den Männern definitiv, neben den berühmten Männerschnupfen, gewollt in die Wiege gelegt. Sie sehen einfach nicht den offenen Kühlschrank mit den Inhalt.
In sehr vielen Ländern der Welt haben Mädchen zum Beispiel immer noch kein Recht auf Bildung, auf selbstbestimmtes Sexualleben, Zugang zu Verhütungsmitteln sowie Gesundheitsvorsorge für sicherer Schwangerschaft und Geburt.
Laut WHO erlebt jede dritte Frau im Verlauf ihres Lebens psychische oder sexualisierte Gewalt, am häufigsten in der Partnerschaft.
Über 230 Millionen Mädchen und Frauen leiden laut dem UN-Bericht 2024 unter den Folgen einer Genitalverstümmelung – 30 Millionen mehr als noch acht Jahre zuvor. Besonders in Afrika, im Nahen Osten und Asien ist diese Form von Menschenrechtsverletzung an Frauen und Mädchen verbreitet.
Weltweit wurden im Jahr 2023 laut UN etwa 51 100 Frauen und Mädchen von ihren (Ex-Partnern oder anderen Familienmitgliedern getötet. Und da stellt sich dann doch immer wieder die Frage – ob die Frau nicht mit ihrer Anwesenheit provoziert hat.
In Österreich wurden heuer bereits zwei Femizide registriert. In der Steiermark wurde die Leiche einer vermissten Frau gefunden. In Niederösterreich gestand ein Mann, seine Lebensgefährtin erwürgt zu haben. „Viel zu oft bleiben die Täter ungestraft“, kritisiert etwa Sarah Hendriks von der UN-Frauenorganisation in New York. „Kein Land der Welt hat die vollständige rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht“.
Die Fälle Epstein und Pelicot zeichnen gerade in diesem Jahr ein schwieriges Bild und genau deshalb braucht es auch in diesem Jahr einen Weltfrauentag.












