Einzelne Staaten, Österreich, Australien, Großbritannien und auch die Europäische Union sind wohl im Begriff, die Jugendlichen dadurch zu schützen, dass ihr Zugriff auf Soziale Medien und ihr Interagieren, kurz im Internet, beschränkt wird. Zahlreiche und überzeugende Studien beweisen die Gefahren des unkontrollierten Konsums für die geistige Gesundheit und die gedeihliche Entwicklung.
Von Dr. Albert Wittwer
Es ist ja egal, ob irgendein Europäischer Staat vorprescht oder die EU rasch reagiert – Hauptsache, es geschieht was. Aktuell ist die Eintrittsvoraussetzung durch die ID-Austria, also die Identifikation der einzelnen Person und als Variante die Verpflichtung an die Provider, eine personale Altersüberprüfung vorzunehmen, im Gespräch.
Möchten Sie als Erwachsender – sagen wir von Meta – auf ihre Identität geprüft werden? Oder verlassen sie sich lieber auf die demokratische, rechtsstaatliche Republik und ihr Rechtsschutzsystem?
Vor der staatlichen „Bevormundung“ gibt es Warnungen. Interessengruppen sehen „die Freiheit des Internets“ bedroht. Wer ist es, der warnt? Die NGO Epicenter Works ist vielleicht harmlos. Andere Einrichtungen wollen als Troll, Trojanisches Pferd, Veranlagungsbetrüger, Erpresser, Influencer-Verkäufer unterwegs sein. Für die bietet die Anonymität sicheren Schutz.
Fragen Sie sich: Wie oft posten sie etwas im Internet, zu dem Sie als Person nicht stehen wollen? Sehen Sie. Wie wir in der realen, analogen Welt zu unserem Handeln, Reden und Schreiben stehen können und wollen, machen wir es auch im Internet.
Die seriösen Medien, denken Sie an Gsi.news, haben konkrete, reale Ansprechpersonen. Anders als die Trollfabriken in Sankt Petersburg oder die Heiratsschwindler aus Südafrika.
„Freedom of (desinformation) act.“ Hat das was mit Freiheit der Meinungsäußerung oder der Information zu tun? Im Gegenteil, das das US-amerikanische Gesetz verpflichtet die Behörden, über Verwaltungshandeln Auskunft zu erteilen, ähnlich dem österreichischen Auskunftspflichtgesetz. Aktuell, seit Trump, wird der Inhalt umdefiniert und bezieht sich wohl auf die Freiheit großer Player zur Desinformation. Wovor wohl nur die Europäische Union uns schützen kann – ein Dorn im Auge des schwadronierenden Machthabers und seiner Clique. Der demokratische Rechtsstaat sollte rasch handeln.
Die Bevormundungs-Warner übersehen, daß die Diktaturen sowieso kein Erbarmen mit dem Einzelnen haben. Die Iranischen Mullas schalten nach Belieben das satellitenbasierte Internet ab. Der englische Premier traut sich nicht, auf seiner Peking-Reise das Smartphone einzupacken. Er benützt in China lieber ein Wegwerf-Handy. Sollte sich die Europäische Union trotz der vielen guten Leute, die für uns und Österreich arbeiten und trotz unserer klugen demokratischen Teilhabe am öffentlichen Leben in eine Diktatur verwandeln, ist sowieso alles vergebens. Aber das werden mit etwas Glück auch die Jungen nicht mehr erleben.
