Mit dem Stadttunnel Feldkirch soll ein großer Teil des Durchzugsverkehrs künftig unterirdisch geführt werden. Für den Bereich der Bärenkreuzung, einer der am stärksten frequentierten Verkehrsknotenpunkte Vorarlbergs mit täglich rund 40.000 bis 50.000 Fahrzeugen, bedeutet das eine spürbare Entlastung.
Prognosen zeigen, dass sich der Gesamtverkehr dort um etwa ein Viertel reduziert. Besonders deutlich fällt der Rückgang beim Schwerverkehr aus: Rund 60 Prozent weniger LKW werden erwartet. In absoluten Zahlen entspricht das täglich etwa 10.600 Pkw und 610 LKW weniger an der Oberfläche. „Der Stadttunnel schafft die verkehrliche Voraussetzung, um die Bärenkreuzung schrittweise von einem reinen Belastungspunkt zu einem sichereren und stadtverträglicheren Knoten umzubauen“, unterstreicht Bürgermeister Manfred Rädler.
Bessere Luftqualität
Mit der geringeren Verkehrsmenge gehen auch messbare Effekte auf die Umwelt einher: Modellrechnungen gehen davon aus, dass die Belastung durch Stickstoffdioxid am Hotspot Bärenkreuzung um rund zehn Prozent sinkt. Beim Feinstaub PM10 wird eine Reduktion von etwa 14 Prozent erwartet. Die Entwicklung der Luftqualität soll durch eine behördlich vorgegebene lufthygienische Beweissicherung dokumentiert werden.
Neuer Raum
Mit der Verkehrsfreigabe des Tunnels eröffnen sich darüber hinaus neue Möglichkeiten für die Gestaltung der Bärenkreuzung. Die deutlich geringeren Verkehrsmengen erlauben eine Neuordnung der Fahrspuren. Freiwerdende Flächen sollen verstärkt dem Fuß- und Radverkehr sowie dem öffentlichen Verkehr zur Verfügung stehen, etwa durch zusätzliche Querungen, Radübergänge oder verbesserte Haltestellenbereiche. Vorgesehen sind auch Anpassungen der Signalsteuerung und eine Neugestaltung des Kreuzungsplateaus, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, Trennwirkungen zu verringern und die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum zu verbessern.
Nächste Schritte
Dazu befindet sich aktuell die Ausschreibung der Planungsleistung durch Land Vorarlberg und Stadt Feldkirch in Vorbereitung. „Die erwartete Reduktion von Verkehr und Emissionen eröffnet neue Möglichkeiten für Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und unseren Stadtbus – und damit für eine ausgewogenere Nutzung des öffentlichen Raums“, erklärt Planungsstadtrat Thomas Spalt. Voraussetzung für diese Schritte ist die nachhaltige Entlastung durch den Stadttunnel, da unter den heutigen Verkehrsbedingungen kaum Spielraum für strukturelle Verbesserungen besteht.
