Gedenkblatt für Leopold Flesch und viele andere

Symbolbild: Yad Vashem

1941 war in Wien die Stadt der Musik verstummt. Ruth Flesch war noch ein Baby, und ihr Bruder Leopold, ein aufgeweckter und lebhafter Junge, war der Stolz und die Freude der Familie – bis die Nazis ihn verschleppten.

Es gab kein Grab, keinen Abschied, nur Fragmente der Erinnerung. 1942 nahm sich Ruths Mutter, gebrochen von Terror und Verlust, das Leben. Ihr Vater Julius musste das kleine Mädchen allein aufziehen. Fest entschlossen, Ruth zu retten, überquerte Julius die Ozeane bis nach Mauritius. Hinter Stacheldraht, in sengender Hitze und inmitten von Krankheiten, flüsterte er Ruth jede Nacht Geschichten von Leopold zu, damit sein ermordeter Sohn nicht vergessen würde. Nach dem Krieg erreichten Vater und Tochter Palästina, dem heutigen Israel. Ruth wuchs unter einem neuen Himmel auf, doch Leopolds Abwesenheit war stets spürbar. Ruth reichte bei Yad Vashem ein Gedenkblatt mit einem Bild von Leopold ein, damit er für immer in Erinnerung bliebe.

Dennoch sind uns die Namen von etwa einer Million Holocaust-Opfern noch immer unbekannt. Wir können ihnen nicht gedenken, so wie sie und ihre Familien es gewollt hätten, solange wir ihre Namen und Geschichten nicht finden.

Aber die Zeit wird knapp. Die Generation der Überlebenden schwindet, Dokumente verblassen, Stimmen verstummen. Ihre heutige Spende stellt sicher, dass ein weiterer Name, eine weitere Geschichte, eine weitere Welt für die Ewigkeit bewahrt werden.

Denken Sie an Lili Nahmias, geboren 1922 in Thessaloniki, Griechenland. Als sie acht war, zog ihre Familie nach Belgien. Sie wuchs dort zu einer klugen, ehrgeizigen jungen Frau voller Träume heran – bis Nazi-Deutschland einmarschierte. Als Teenager schloss sich Lili dem Widerstand an. Sie diente als Kurierin, lieferte gefälschte Papiere an untergetauchte Juden und hielt dabei den Kontakt zu ihrem Verlobten Leon aufrecht. Im Mai 1944 wurde sie verraten, verhaftet, nach Mechelen gebracht und mit dem Transport XXV nach Auschwitz deportiert. Sie überlebte Zwangsarbeit, Birkenau und einen Todesmarsch entgegen allen Erwartungen. Im Mai 1945 befreit, kehrte sie zu ihrer Familie zurück, heiratete Leon und baute ihr Leben mit Mut und Widerstandsfähigkeit wieder auf. Lilis Geschichte und die vieler anderer Überlebender sind ebenfalls in den Aufzeichnungen von Yad Vashem bewahrt. Mit jedem aufgedeckten Namen wird die Erinnerung geschützt.

Helfen Sie uns, weiterhin die Namen und Geschichten sowohl der Opfer als auch der Überlebenden des Holocaust aufzudecken, damit wir ihre Erinnerung wachhalten und ihre Geschichten für künftige Generationen bewahren können.

Spenden Sie jetzt, denn jeder Name ist eine zerbrochene Welt

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