Am 1. Oktober 1943 wurde Feldkirch von einem verheerenden Luftangriff getroffen. 171 Menschen verloren ihr Leben, über 100 weitere wurden verletzt. Dieses tragische Ereignis hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Stadt eingeschrieben. Über acht Jahrzehnte später widmen sich zwei Projekte auf eindrucksvolle Weise der Erinnerung an diesen Tag.
Die Historikerin Dr. Anika Reichwald hat im Jahr 2024 Gespräche mit mehr als 40 Zeitzeugen sowie deren Angehörigen geführt. Auf Basis dieser intensiven Auseinandersetzung entstand das Buch „Erleben. Erinnern. Erkennen. Feldkirch am 1. Oktober 1943 aus Sicht von Zeitzeugen“, das am 4. Dezember um 10 Uhr im Palais Liechtenstein der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Die Publikation verbindet persönliche Schilderungen mit historischen Berichten und wissenschaftlicher Einordnung und ist eine eindringliche Annäherung an ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte. „Die Auseinandersetzung mit der eigenen Stadtgeschichte ist Voraussetzung für ein achtsames Miteinander in der Gegenwart. Diese Projekte zeigen, wie Erinnern berühren und zugleich zum Nachdenken anregen kann“, betont Bürgermeister Manfred Rädler.
Ergänzt wird das Buch durch den digitalen Stadtrundgang „Poetisiert Euch! Ein Oktobertag“, der mittels Audiobeiträgen, Bildern und Texten historische Orte im Stadtraum mit den Erlebnissen von damals verknüpft. Entwickelt wurde der Rundgang von der Agentur i.appear. Die innovative Form der Vermittlung eröffnet neue Zugänge zur Erinnerungskultur, besonders für junge Generationen.
