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Kleines Juwel am Margarethenkapf besichtigt

von HERO
1. Oktober 2023
in döt.gsi, Kultur
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Blick auf den Margarehtenkapf um 1903

Blick auf den Margarehtenkapf um 1903

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Einblicke in das revitalisierte Tschitscher Schlössle in Feldkirch

Lange weilte der Dornröschenschlaf: Die Architektenbrüder Bernhard und Stefan Marte haben das Tschitscherschlössle am Feldkircher Margarethenkapf erworben und aufwendig renoviert. Am Tag des Denkmals 2023 konnte das Resultat der gründlichen Planung besichtigt werden.

Von Helmut Köck

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Über viele Jahrzehnte hinweg ruhte der alte Herrensitz, bei dem bekannte Feldkircher Namen wie etwa Martin Häusle, der selbst im Schlössle lebte und arbeitete (das Glasfenster links ist die von Häusle gestaltete Kreuzigungsszene), wohnten und arbeiteten. Graffiti-Sprayer hinterließen ihre Spuren an der mittelalterlichen Fassade, die erheblich beschädigt wurde. An den Stellen, an denen sie zugeschlagen hatten, musste der Putz großflächig erneuert werden. Doch heute ist das gesamte Ensemble nicht mehr wiederzuerkennen. Ein altes Treppenhaus, das im 20. Jahrhundert hinzugefügt worden war, wurde entfernt. An seiner Stelle wurde ein Panoramafenster eingefügt, das einen atemberaubenden Ausblick ermöglicht. Den Architekten ist eine tolle Leistung gelungen, die sich sehen lassen kann.

Das Architekten-Geschwisterpaar Stefan (links) und Bernhard (rechts) Marte. Fotos: Helmut Köck

In der Kapelle entdeckt der Besucher inmitten einer ansonsten weißen Umgebung vereinzelte Elemente, die geschickt Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden.

Im frisch restaurierten Türmchen der umgewandelten Kirche schwingt nun wieder ein Glocke aus dem 16. Jahrhundert, ein repräsentatives Beispiel für die sorgfältige Liebe zum Detail, die bei der Wiederbelebung des Anwesens zum Tragen kam. Die Brüder haben alles bewahrt, was bewahrt werden konnte, und das Verlorene geschickt ersetzt. Mit innerer Begeisterung führen die Schlossherren nun Besucher durch ihr Haus. Die alten Deckenbalken, von denen nur noch Teile übrig geblieben sind, wurden nahtlos von Betonträgern aufgenommen und fortgeführt, wodurch eine organische Verbindung entstand. Die Holzverkleidung hinterließ auf dem Beton ein entsprechendes Holznegativ. Im Schlössle befinden sich nun vier Arbeitsplätze für Mitarbeiter des Architekturbüros sowie ein Gästezimmer im Dachgeschoss.

Überall bieten sich weite Ausblicke: über die Rheintalebene, den Walgau und hin zu der Schatten- und Tostner Burg. Umso schlichter ist das Innendesign gestaltet. Metallene Zeppelinstufen verbinden die Etagen miteinander, während die Böden aus poliertem Beton bestehen. Sowohl innen als auch außen wurde auf Edelkastanie als Holzmaterial zurückgegriffen. Dieses Holz weist weniger Gerbstoffe auf als Eiche, was den empfindlichen Verputz auf Dauer schützt. Außerdem ist es eine schöne Hommage: Kastanienholz findet sich auch in der Balkenstruktur der Schattenburg wieder.

Unterhalb des Schlösschens liegt ein Schauraum, der von massiven Metalltüren geschützt wird. Dahinter sind einige der Entwürfe zu finden, die die Karriere der Marte-Brüder geprägt haben. Vom Schauraum aus führt eine Treppe in den Garten, wo die Kuben der Brüder stehen, die bereits 2016 bei der Architekturbiennale in Venedig ausgestellt wurden.

Tags: ArchitekturDenkmalFeldkirchGeschichteKultur
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