Neues Rückhaltebecken: Rankweil rüstet sich für Starkregen

Die Appenzellerstraße wird von November bis Mai im Bereich Merowingerstraße-Autobahnauffahrt gesperrt. Es entsteht ein neuer Stauraumkanal mit Rückhaltebecken. © Marktgemeinde Rankweil/Bernd Oswald


Die Marktgemeinde Rankweil investiert in den Schutz vor den Folgen zunehmender Starkregenereignisse: Ab 2. November 2026 entsteht in der Appenzellerstraße ein neuer Stauraumkanal mit Rückhaltebecken. Mit einem Speichervolumen von rund 2.200 Kubikmetern können künftig 2,2 Millionen Liter Wasser zwischengespeichert und kontrolliert abgeleitet werden.

Heftige Gewitter und Starkregen haben in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen und bringen das bestehende Kanalnetz zunehmend an seine Grenzen. Innerhalb kurzer Zeit gelangen große Wassermengen in die Kanalisation und vermischen sich dort mit dem Abwasser aus den Häusern. Ist die Kapazität der Kanäle ausgeschöpft, kann es zu Rückstau bis in Hausanschlüsse und Keller kommen. Gleichzeitig gelangt Mischwasser bei der ehemaligen Ölzmühle in den Mühlbach. Dadurch steigt auch die Gefahr, dass der Mühlbach nach der Autobahn in Richtung Feldkirch über die Ufer tritt.

Die Appenzellerstraße wird von November bis Mai im Bereich Merowingerstraße-Autobahnauffahrt gesperrt. Es entsteht ein neuer Stauraumkanal mit Rückhaltebecken. © Marktgemeinde Rankweil/Bernd Oswald

„Mehr Sicherheit für Häuser und Keller“

Der neue Stauraumkanal mit Rückhaltebecken soll für deutliche Entlastung sorgen. Bei Starkregen können die Wassermengen rund 15 Minuten lang zwischengespeichert werden. Sobald der Regen nachlässt, wird das Wasser kontrolliert abgeleitet. Dadurch werden unter anderem die Kanäle nördlich und südlich der Unterführung Appenzellerstraße sowie in der Merowingerstraße entlastet. „Die Starkregenereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, unser Kanalnetz für solche Situationen zu rüsten. Mit dem neuen Rückhaltebecken können wir große Wassermengen kurzfristig auffangen und kontrolliert ableiten. Damit schaffen wir mehr Sicherheit für Häuser und Keller und entlasten gleichzeitig den Mühlbach“, erklärt Vizebürgermeister Johannes Herburger.

Das Rückhaltebecken ist Teil eines gemeindeübergreifenden Gesamtkonzepts. Auch die Stadt Feldkirch und der Abwasserverband Region Feldkirch setzen Maßnahmen, um die Situation an Mühlbach und Nafla langfristig zu verbessern.

Baustellenbereich in der Appenzellerstraße

Teilsperre auf der Appenzellerstraße

Die Bauarbeiten starten am 2. November 2026 und dauern voraussichtlich bis Ende Mai 2027. Je nach Witterung ist über Weihnachten bis in den Jänner eine rund einmonatige Baupause vorgesehen. Während der gesamten Bauzeit ist die Appenzellerstraße zwischen der Merowingerstraße (bzw. je nach Bauabschnitt Reitweg) und Autobahnauffahrt gesperrt ist. Die Zu- und Abfahrt zur Autobahn ist über die L190 weiterhin möglich.

Die mehrmonatige Sperre im Bereich der Baustelle bringt naturgemäß Einschränkungen mit sich, bietet jedoch auch Vorteile: Kanal und Becken können parallel errichtet, die Baugrube einfacher und kostengünstiger gesichert und die Bauzeit insgesamt verkürzt werden. Darüber hinaus verbessert die Sperre sowohl die allgemeine Verkehrssicherheit als auch die Sicherheit auf der Baustelle. Die Zufahrt zu den Häusern und Betrieben bleibt grundsätzlich von jeweils einer Seite möglich. Die umliegenden Umfahrungsstraßen bleiben geöffnet.

Rund 2,4 Millionen Euro Investition

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 2,4 Millionen Euro brutto. 23 Prozent davon werden von Bund und Land gefördert. Rund eine Million Euro wird aus zweckgewidmeten Rücklagen der Kanalgebühren finanziert.

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